Schulranzen-Projekt

Schulranzen-Projekt

4,4 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Armut betroffen. Das hat Folgen für die Bildungschancen. Kinderarmut bedeutet, dass es am Notwendigsten fehlt wie beispielsweise an Schulranzen. 

Unser Schulranzen-Projekt haben wir erstmals in 2019 in Kooperation mit Kinderglück Dortmund e.V. durchgeführt. Ende Juni 2019 wurden rund 170 nagelneue Schulranzen-Sets (inkl. Sportbeutel, Etui und Schlamper) an insgesamt 25 Kindertagesstätten in Oberhausen verteilt. Das Projekt richtet sich an Erstklässler*innen aus sozial schwachen Familien, die an ihrem ersten Schultag mit einer Plastiktüte oder einem Stoffbeutel anstatt eines Tornisters auf dem Schulhof stünden. Die Erstklässler*innen wissen zu keinem Zeitpunkt, dass der Schulranzen eine Spende ist, denn er wird von den Antragsstellern an die Eltern ohne Beisein der Kinder übergeben. Diese Vorgehensweise ist uns ein großes Anliegen, damit die Kinder ihren ersten Schultag völlig unbeschwert erleben können.

Die Motivation für dieses Projekt ist eindeutig: Jedes Kind ohne Schulranzen ist eines zu viel. Im Ruhrgebiet ist die Kinderarmut besonders ausgeprägt. In vielen Städten existieren Stadtteile, in denen die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in prekären Verhältnissen aufwächst. Chancengleichheit in Sachen Bildung beginnt sehr früh. Kinderarmut erschwert diese Gleichheit, denn es mangelt am Notwendigsten. Wenn der erste Schritt Richtung Bildung ohne einen eigenen Schulranzen beginnt, dann ist gesellschaftliche Ausgrenzung vorprogrammiert. Ein Erstklässler ohne Schulranzen wird vom ersten Tag an ausgegrenzt und es wird ihm vor Augen gehalten, dass er anders ist als die anderen Kinder.

Wir versuchen mit unserem Schulranzen-Projekt diesem Aspekt von Kinderarmut entgegenzuwirken. Zu Beginn des Jahres werden alle Betreuungseinrichtungen freier Träger (Kirchengemeinden, Elterninitiativen, AWO, Caritas etc.), darüber informiert, dass sie Anträge auf Schulranzen stellen können. Die Einrichtungen prüfen eigenständig die Bedürftigkeit der Kinder. Die eingehenden Anträge werden gesammelt und an einem zentralen Verteiltag ausgegeben. 

Durch die Kooperation mit Kinderglück Dortmund e.V., der das Schulranzen-Projekt, bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich betreibt, und die daraus entstandenen langjährigen Kooperationen mit Herstellern wie z. B. Ergobag, Scout und Spiegelburg, können wir die Schulranzen-Sets stark vergünstigt für diese Hilfsaktion erwerben und verteilen. Wir legen Wert darauf, dass es sich um hochwertige und rückenstützende Produkte handelt. Kinderarmut beinhaltet oft auch gesundheitliche Nachteile und diesem Aspekt möchte der Verein in Bezug auf den Ranzen vorbeugen. 

Jörg Marquardt, 1. Vorsitzender des running4charity e.V.: Wir freuen uns sehr, in Kooperation mit Kinderglück Dortmund e.V. das Schulranzen-Projekt in Oberhausen eingeführt und so knapp 170 GrundschülerInnen mit einem eigenen Schulranzen ausgestattet zu haben. Mit diesem ersten eigenen operativen Projekt setzen wir einen Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte. Zudem haben wir bewiesen, dass wir auch so ein Projekt mit einem Finanzierungsvolumen von ca. 8.500 € stemmen können. Das Projekt werden wir in 2020 definitiv weiterführen.“